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Pontianus

und Hippolyth

Donnerstag

13. 08. 2020

Textfeld: Märtyrer

Gemälde in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan, 1481 - 1483

Pontianus aus dem Geschlecht der Calpurnia wurde - wohl 230 - zum römischen Bischof gewählt. Nach dem ersten Schisma der Kirchen, das sich entzündet hatte auch an der Frage, ob selbst Unzuchtssündern eine zweite Buße ermöglicht werden soll, stellte sich Pontianus gegen die positive Antwort seines Vorvorgängers Callistus I., und wurde deshalb gemeinsam mit Gegenpapst Hippolyt 235 auf die Insel Sardinien verbannt. Sein Rücktritt am 28. September 235 ist das früheste exakt nachweisbare Datum der Papstgeschichte. In Sardinien mussten beide im Bergwerk arbeiten, an den Strapazen starben sie. Pontianus wurde am 13. August 236 in der Callistus-Katakombe beigesetzt, die Grabplatte wurde 1909 gefunden.

Hippolyt

bulg. Ikone

Grabplatte

Hippolyt war ein Schüler des Irenäus, er hatte unter Bischof Victor I. bis 199 großen Einfluss im Klerus von Rom. Nach seiner Kritik an Callistus I., der 217 Bischof von Rom wurde, setzten ihn seine Anhänger zum Gegenbischof einer Sondergemeinde ein, die sich streng an Christi Gebote hielt. Hippolyt wurde so

der erste „Gegenpapst”, auch noch unter Urban I. und Pontianus. 235 wurde er im Zuge der Christenverfolgungen durch den römischen Kaiser Maximus Thrax zusammen mit Pontianus, dem Bischof der Mehrheit, ins Exil nach Sardinien vertrieben, wo beide im Bergwerk arbeiten mussten. 235 dankte Hippolyt wie auch Pontianus ab; beide versöhnten sich und beide starben - wohl an den Strapazen - in der Verbannung.

Hippolyts wichtigstes Werk „Widerlegung aller Häresien”, verfasst nach 222 / 223,

dient noch immer als historische Quelle zum Verständnis des Gnostizismus. Er verfasste auch eine Chronik von der Erschaffung der Welt bis zum Jahr 234, eine umfassende Schrift zur Organisation der Kirche sowie einen Kommentar zum Buch Daniel, den ältesten vollständig erhaltenen christlichen Kommentar zur Bibel überhaupt, und ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der alten Kirche.

Hippolyt wurde zusammen mit Pontianus am 13. August 236 in Rom beigesetzt. Die Verehrung in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen, war dann aber v.a. im Osten verbreitet.

Hippolyts Gebeine seien im 18. Jahrhundert nach St. Pilt - dem heutigen St-Hippolyte - im Elsass gebracht worden; im deutschen Sprachraum ist Hippolyt auch unter den verballhornten Namen Pilt oder Pölt bekannt. St. Pölten in Österreich ist nach ihm benannt. Diese Traditionen sind aber eher am Kerkermeister Hippolytus festzumachen.

 Patron von St. Pölten und von St-Hippolyte im Elsass; der Gefängniswärter; der Pferde; gegen Körperschwäche; Patron des Bistums St. Pölten

 Bauernregeln: „Wie das Wetter an Hippolyt, St. Kassian, / so hält es mehrere Tage an.”

„Wie das Wetter an Hippolyt, / so es mehrere Tage geschieht.”