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Petrus Damiani

MI

21. 02.

2018

Bischof, Kirchenlehrer

Das Einsiedlerkloster von Fonte Avellana, gegründet 979, erlebte seine Blüte durch Petrus Damiani

Textfeld: Petrus wurde in Ravenna um 1006 geboren und später Benediktinermönch. 1043 war er Prior in Fonte Avellana bei Gubbio in Umbrien, einer Einsiedelei mit außerordentlicher Strenge im Geiste des Romuald. Petrus verfasste eine Biografie Romualds, dessen Denken und Frömmigkeit für ihn zum Programm wurde. Petrus kritisierte in seiner Korrespondenz mit dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Heinrich III., und mit Papst Leo IX. scharf die Ausschweifungen des Klerus, wandte sich vor allem gegen die Simonie,** sowie die Nichteinhaltung des Zölibats.***
1057 wurde er gegen seinen Willen durch Papst Stephan IX. zum Kardinal erhoben und Bischof von Ostia, Beim Konzil von Mailand hielt er den Vorsitz. Er war Vertrauter der Päpste, die ihn zum Teil als Legaten einsetzten, und hatte ein besonders enges Verhältnis zu dem Reformer Hildebrand, der 1073 als Gregor VII. Papst wurde. Ihm wird auch die Versöhnung Ravennas mit dem Papst zugeschrieben. Mehrmals bat er die Päpste um seine Amtsenthebung, weil er glaubte, in der Stille seiner Einsiedelei der Kirche besser dienen zu können. Doch der Rückzug wurde ihm verweigert. Erst 1063 durfte er zurück nach Avellana. 
Petrus lebte praktisch in zwei Welten. Er tat für die Kontemplation ebenso viel wie für die große Politik, die Einsiedler lagen ihm ebenso am Herzen wie Kaiser und Könige. Damiani war einer der produktivsten Schriftsteller des Mittelalters mit einem sehr gepflegten lateinischen Stil und hinterließ ein äußerst umfangreiches Werk theologischer Schriften wie Briefe, Predigten und Gedichte. Er starb am 22. Februar 1072 auf der Rückreise von seiner Vaterstadt in Faënza, wo er auch beigesetzt ist. 
Textfeld: ** SIMONIE      (nach Simon Magus], Handel mit geistlichen Sachen; ursprünglich wurden hierunter nur Sakramente, Sakramentalien und kirchliche Ämter verstanden; im Mittelalter wurde der Begriff auf die Besetzung von geistlichen Stellen durch Laien sowie die Laieninvestitur ausgeweitet, was im  Investiturstreit von weittragender Bedeutung war.
***ZÖLIBAT      [der oder das; lateinisch], aus religiösen Gründen geforderte Ehelosigkeit und geschlechtliche Enthaltsamkeit von Priestern und Mönchen, in der römisch-katholischen Kirche heute von allen Klerikern mit höheren Weihen verlangt (theologische Begründung auf das Evangelium des Matthäus 19,12 u. 1. Brief des Paulus an die Korinther 7,32–34 zurückgehend). Verletzung der Zölibatspflicht hat Verlust des Kirchenamtes und Rückversetzung in den Laienstand zur Folge. Die Ursprünge des Zölibats reichen in die frühchristliche Zeit zurück, die erste kirchenrechtliche Regelung erfolgte im 4. Jahrhundert, im 11./12. Jahrhundert wurde der Zölibat allgemeine Verpflichtung. Im Bereich der orthodoxen Ostkirchen wird der Zölibat nur von den Bischöfen gefordert. Dort können die vor den niederen Weihen Verheirateten die Ehe fortführen; Wiederverheiratung wird nicht gestattet. Dieselbe Regelung gilt in den mit Rom unierten Ostkirchen. Die evangelischen Kirchen lehnen den Zwangszölibat ab.