Textfeld: INDEX
Abgerundetes Rechteck:

25. 10. 2017

Nun ist die Fülle der Zeit gekommen, da Gott seinen Sohn in die Welt sendet.

Wochentag der 29. Woche im Jahreskreis

Warum stellt ihr mir eine Falle?

Textfeld: KlicK 
an!
OktoberRosenkranzmonat

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,

und Gott, was Gott gehört!

Die Pharisäer hatten beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie begannen mit Lob für seine Art, Dinge wahr zu sehen und zu sagen. Dann kam die Frage, sie war klug ausgedacht und damals in dem von Römern besetzten Land noch viel brisanter als heute und hierzulande: "Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht?" Und Jesus, bevor er ihnen antwortet, identifiziert ihre Frage als das, was sie ist, als Fangfrage, als Falle. Es geht den Fragenden ja nicht um die Antwort, es geht ihnen darum, dass er sich selbst bloßstellt und in Widersprüchen verfängt.
Fangfragen sind Scheinfragen, die Absicht dahinter ist unehrlich und böse. Dabei kommen sich, die so fragen, durchaus oft ehrbar, tugendsam und wirklich klug vor. Die damaligen Pharisäer waren Menschen, die sich auskannten mit Gesetz und Recht, der Heiligen Schrift und den Realitäten ihrer Welt. Wie sie es sahen, ging es ihnen um Gott und sein Reich. Aber der Dialog, den sie scheinbar mit Jesus beginnen, ist nicht ehrlich und echt. Sie wollen ihn mit ihrer Frage aufs Eis locken und hoffen, er breche dort ein. Denn sie sahen sich von
Jesus, seiner Lebensart und Gottesverkündigung infrage gestellt und gefährdet.
Wie ist das bei mir, wenn ich mich angefragt sehe? Werde ich unsicher? Werde ich hart und bloß abweisend? Gehe ich gleich in Verteidigungsstellung oder zum Gegenangriff über? Oder kann ich Fragen zulassen, an mich heranlassen und dann meine ehrlich Antwort finden, sagen, geben?
Wo sind in der Hinsicht in meinem Leben gefährdete Stellen, Momente, Beziehungen? Bin ich vielleicht selbst jemand, der bei anderen durch unlauteres Fragen Ungutes provoziert?
Ist mein Fragen ehrfürchtig, respektvoll? Ist mein Fragen lieblos? Und wenn ich liebloses Fragen mitbekomme, wie verhalte ich mich diesem gegenüber? Ziehe ich mich zurück und verstecke mich? Ziehe ich mich unauffällig aus der Affäre oder wie beziehe ich Position?
Bin ich frei genug, mit Jesus zu fragen: "Warum fragt ihr? Warum stellt ihr eine Falle?" Möchte ich zu den Gründen und Wurzeln der Fragen finden, die ich Menschen fragen höre, die ich selbst frage? Ich bitte Jesus, dass er mir hilft und mich lehrt, ehrlich, besser, richtiger und hilfreicher zu fragen.
Jesus jedenfalls ist
frei genug, das unlautere Fragen der Pharisäer damals zu entlarven.
  

Johanna Domek, Befreiungen. 24 meditative Fragen der Bibel, Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 2004

??????