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Gedenktag

16. 07.  2019

Dienstag

Unsere Liebe Frau

vom Berhe Karmel

Gipfel des Karmel an der südlichen Grenze der Bucht von Haifa. Er ist beherrscht vom Gebäudekomplex des Konventes Stella Maris der Unbeschuhten Karmeliten.

KARMEL EIN ORT DER ERINNERUNG  -  In der Geschichte gibt es vielfältige so genannte "Orte (Anknüpfungspunkte) der Erinnerung". Sie sind unzertrennlich mit einer bestimmten Wirklichkeit verbunden.  Es reicht, diese Dinge zu nennen, und schon wird die Erinnerung an das "Ganze" geweckt. Zum Beispiel: Wenn man sagt "der Tempel", wird die Erinnerung an Jerusalem geweckt; sagt man "die Pyramiden", denkt man an Ägypten und seine Kultur; sagt man ,,die Bastille", erinnert man sich an die französische Revolution; heißt es "die Blauen" (italienische Fußballnationalmannschaft), denkt man an Italien; und sagt man "das goldene Zeitalter", denkt man an Spanien in seiner größten Blütezeit.

Dein Haupt ist wie der Karmel", erklärt der Bräutigam im Hohelied und preist damit die Schönheit seiner Geliebten. Es ist tatsächlich so, dass der Berg Karmel in der Bibel zum Symbol der Schönheit und Fruchtbarkeit geworden ist: "Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel."
Der Karmel ist ein heiliger Berg. Der Gott Israels, Baal, Zeus ... wurden hier verehrt. Die Überlieferung dieser Kulte erstreckt sich über Jahrhunderte und umgibt den Berg mit einer ganz eigenen Faszination.
Der Karmel ist der Berg Mariens. Die dem Karmel als typische Eigenschaften zugeschriebene Schönheit und Heiligkeit vereinen sich nach Auslegung der Kirchenväter und nach Überzeugung von kirchlichen Schriftstellern in der Person der Mutter Gottes, die wegen ihrer Stellung in der Heilsgeschichte über alle Geschöpfe erhaben ist.

Der Karmel ist Schauplatz der Taten des Elija, des größten aller Propheten. In ihm offenbart sich - ausgerechnet auf dem Gipfel des hl. Berges - die Macht des wahren Gottes im Gegensatz zur Ohnmacht der Götzen.
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts  -  das genaue Jahr ist unbekannt - ließen sich einige ungenannte Wallfahrer in das Heilige Land auf dem Berg Karmel neben der Quelle des Elija in der Absicht nieder, hier ein strenges  kontemplatives Einsiedlerleben zu führen.

Schon im weit zurückliegenden Altertum hat sich auch der Mensch hier niedergelassen: 25 km südlich von Haifa, in Wadi Murara (Nahal Hame´arot), kann man Grotten besichtigen, in denen zwischen 1929 und 1934 die Archäologin Dorothy Garrod zahlreiche Reste einer Menschenart gefunden hat, die man als Homo Carmelensis bezeichnet.

Fotos links: Jerusalem, Rockefeller Museum. Reste des Homo Carmelensis