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Konrad

von Parzham

Dienstag

21. 04. 2020

Textfeld: Ordensbruder im Kapuzinerkloster am Wallfahrtsort Altötting

Konrad - sein bürgerlicher Name war Johannes Birndorfer - wurde als Bauernsohn geboren. Johannes war von klein auf ein ausgesprochen frommer Mensch. Er war der Jungbauer und seine Geschwister wollten ihn dazu bringen, den recht großen Hof zu übernehmen. Er aber wollte in ein Kloster eintreten; allerdings es war nicht leicht für ihn, Aufnahme zu finden: immer wieder wurde er abgelehnt, so musste er den Wunsch aufgeben, Priester zu werden. Erst als Dreißigjähriger fand er im Kapuzinerkloster Altötting Aufnahme mit dem Ordensnamen Konrad und seinen Platz fürs Leben an der Klosterpforte. 41 Jahre lang wirkte Bruder Konrad an diesem Platz, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. Trotz seines 18-Stunden-Tages an der Pforte blieb das Gebet der Mittelpunkt von Konrads Lebens: stundenlang und nächtelang, jede freie Minuten nutzend, betete er. Zugleich hatte er ein außerordentliches Verlangen nach dem Empfang der Eucharistie; im Kloster war es üblich, zwei- bis dreimal wöchentlich die Kommunion zu empfangen. Doch Konrads Verlangen war so übermächtig, dass ihm die tägliche Kommunion erlaubt wurde, die er frühmorgens empfing, um bei den anderen kein Aufhebens zu machen. Im Alter von mehr als 75 Jahren konnte er seinen Dienst wegen der Beschwerden des Alters nicht mehr verrichten, aber noch in der Stunde seines Todes raffte er sich von seinem Lager auf und wollte zur Tür gehen, da er glaubte, dass der stellvertretende Pförtner die Glocke überhört habe. Doch er brach zusammen; bis zu seinem Tod einige Tage später sprach er kein einziges Wort mehr. In der Kirche des Klosters (seit 1953 Bruder-Konrad-Kirche benannt)  fand Konrad seine letzte Ruhestätte.

Altötting