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Johanna Franziska

von Chatal

Mittwoch

12.  08. 2020

Textfeld: Ordensgründerin

Bild nach einem zeitgenössischen Portrait

Johanna Franziska von Chantal wurde am 28. Januar 1572 in Dijon in Frankreich geboren und war die Tochter des Parlamentspräsidenten Frémyot von Burgund. Sie wurde mit 20 Jahren dem noch jungen, vermögenden und lebenslustigen Baron Christopher de Chantal vermählt, dem sie in glücklicher Ehe sechs Kinder schenkte, von denen vier überlebten. Im Jahr 1600 starb ihr Mann bei einem Jagdunfall. Dieser Schicksalsschlag machte die fromme Frau noch innerlicher; Gebet und Buße bestimmten ihr Leben, erste mystische Erfahrungen und Visionen traten auf. Unter anderem wurde ihr ihr zukünftiger Seelenführer geoffenbart. 1604 begegnete sie zum ersten Mal Franz von Sales und erkannte in ihm den in der Vision geoffenbarten Mann; es entwickelte sich eine innige Freundschaft und ein bis heute erhaltener Briefwechsel. Sie beschloss, in Zukunft ehelos zu leben. Eine Zeitlang pflegte sie Umgang mit dem Karmelitin

nenkloster von Dijon und gewann Klarheit über ihre Berufung. Ihre Kinder gab sie in gute Hände, die älteste Tochter hatte den Bruder von Franz von Sales geheiratet, sie konnte nun ihrer Bestimmung leben.

Zusammen mit Franz von Sales gründete Johanna Franziska 1610 den Orden „Von der Heimsuchung Mariens” **, die „Salesianerinnen”, deren Mitglieder ein heiligmäßiges Leben ohne die Strenge anderer Orden führen sollten. Der Verbreitung ihres Ordens widmete sie ihre letzten Jahre. Bei ihrem Tod gab es bereits 87 Ordenshäuser. Johanna Franziska von Chantal starb völlig erschöpft und ausgezehrt am 13. Dezember 1641 in Moulins, auf einer Visitationsreise in einem ihrer Klöster.  Ihr Leichnam wurde in der Salesianerinnenkirche in Annecy beigesetzt.

** Seit 1610 Orden von der Heimsuchung Mariens (Salesiannerinnen)  Das erste Kloster der Heimsuchungsschwestern befand sich in Annecy, Frankreich , der Stadt, in der Franz von Sales als Bischof lebte. Der Name „Orden von der Heimsuchung Mariä - Ordo Visitation Mariae (OVM)“ rührt von dem im Lukasevangelium beschriebenen Besuch der mit Jesus Christus schwangeren Gottesmutter bei ihrer Verwandten Elisabet her  (Lk 1,39-56). Johanna Franziska von Chantal und Franz von Sales wollten mit diesem Namen die Tätigkeit der neuen Ordensgemeinschaft ausdrücken: Heimsuchungsschwestern sollten Arme, Kranke und Bedürftige daheim aufsuchen, um sie zu unterstützen. In diesem Dienst soll Gott gepriesen werden: „Magnifikat ... Meine Seele preist die Größe des Herrn“. Quelle für dieses karitative Tun ist das Gebet – die Gottesliebe sollte durch und in der Nächstenliebe sichtbar werden.