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Gertrud

von Helfta

SA

17. 11.

2018

Priester, ünder

Ordensfrau, Mystikerin

Gertrud wurde am 6. Januar 1256 in Thüringen geboren und ist schon als fünf Jahre altes Mädchen  - wohl als Waisenkind - ins Zisterzienserinnenkloster Helfta gekommen, wo sie von der Äbtissin Mechthild von Hackeborn, einer durch feinsinnige Bildung ausgezeichneten Frau, erzogen wurde.  Gertrud war eine begabte Klosterschülerin. Sie erhielt eine wissenschaftliche und geistliche Ausbildung. Gertrud trat diesem Kloster als Nonne bei. Sie beherrschte das Latein und übersetzte Teile der Heiligen Schrift ins Deutsche. Überliefert ist das Datum ihrer ersten Christusvision vom 27. Januar 1281. Sie war 26 Jahre alt. Mitschwestern berichten: "Gertrud wurde von einer Grammatikerin zu einer Theologin."  Sie wurde von Jesus in die Nachfolge gerufen; er hob sie über eine Dornenhecke zu sich und führte sie davon. Vor ihrer Bekehrung wollte sie den Männern in nichts nachstehen; von ihren damaligen Anstrengungen hatte Jesus in der Berufungsvision gesagt: "Bisher hast Du mit meinen Feinden vom Staub der Erde gegessen und aus ihren Dornen ein paar Honigtropfen gesaugt. Komme zu mir - ich will dich trunken machen mit dem Strom meiner göttlichen Wonnen." In den nächsten Jahren wurde diese mystische Christusbeziehung stetig vertieft und entfaltet.

So groß ihre Liebe zu Jesus war, so stark war ihre Liebe auch zu den Menschen. Stundenlang konnte sie den Menschen ihrer Umgebung zuhören, war ihnen Ratgeberin und Trösterin. Gleichzeitig war sie eine hochgebildete und künstlerisch begabte Frau. Als eine der großen Mystikerinnen Deutschlands trägt sie den Ehrennamen "die Große". Ihre beiden Hauptwerke sind "Gesandter der göttlichen Liebe" und das Exerzitienbuch "Geistliche Übungen".

Gertrud die Große starb am 17. November 1302 in Helfta bei Eisleben.

Nach 450 Jahren ( seit 21. November 2000 ) leben wieder Zisterzienserinnen im Kloster Helfta.