Abgerundetes Rechteck: Abgerundetes Rechteck: Abgerundetes Rechteck:

Laurentius

Montag

10. 08. 2020

Festtag  -  Diakon und Märtyrer in Rom

Fra Angelico:

Laurentius wird von Papst Sixtus II. zum Diakon ordiniert, Fresko, 1447 - 49, in der Cappella Niccolina im Papstpalast im Vatikan

Laurentius wurde in Spanien geboren (?) und starb am 10. August 258 in Rom.

Laurentius war einer der sieben Diakone der Christengemeinde in der Stadt Rom, also für die Finanzen und die Sozialarbeit der Kirche von Rom zuständig.

Als der römische Bischof Sixtus II. unter dem Christenverfolger Valerian festgenommen und enthauptet wurde, war sein Diakon Laurentius der Überlieferung nach verzweifelt, dass er nicht wert erachtet wurde, diesen Tod zu teilen. Sixtus tröstete ihn mit der Verheißung, dass er ihm in drei Tagen nachfolgen werde, und erteilte ihm den Auftrag, den Kirchenschatz den Leidenden und Armen auszuteilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze; um Laurentius zur Herausgabe zu zwingen, wurde er mehrfach gegeißelt, erbat sich jedoch drei Tage Bedenkzeit, verteilte während dieser Frist die Güter und präsentierte dann die beschenkten und christlich gewordenen Armen dem Kaiser als „die wahren Schätze der Kirche”. Der erboste Valerian ließ Laurentius mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen, versuchte vergeblich ihn zum heidnischen Opferdienst zu zwingen. Er befahl schließlich, den Unerschütterlichen auf einem

Rost langsam zu Tode zu martern. Sein Kerkermeister Hippolytus, wurde durch die Standhaftigkeit des Laurentius bekehrt und begrub ihn später.

Laurentius ist einer der meistverehrten Heiligen der katholischen Kirche, in Rom erhielt er fast die Bedeutung von Petrus und Paulus. Über seinem Grab in Rom wurde 330 durch Konstantin die Kirche S. Lorenzo fuori le Mura errichtet; in der Krypta ruhen seine Gebeine zusammen mit denen des Stephanus in einem antiken Sarkophag; die beiden gelten als die „Protomärtyrer”, die besonders vorbildlichen oder Erzmärtyrer. Weitere 30 Kirchen in Rom sind nach Laurentius benannt. Nach dem Sieg von Kaiser Otto I. über die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg am Laurentiustag 955 verbreitete sich sein Kult noch stärker. In Deutschland mehrten sich vom 13. Jahrhundert an die Darstellungen des besonders beliebten Märtyrers. Das Haupt von Laurentius gilt als eine der kostbarsten Reliquien überhaupt; es lag bis zum Ausgang des Mittelalters in Mönchengladbach, nun ruht es im Tresor im Vatikan.

Laurentius ist für Bauern der erste „Herbstbruder” zum Beginn des Anbaus der Feldfrüchte des Herbstes. „Laurentiustränen” sind Sternschnuppen in den August-Nächten. „Laurentiusbrot wurde früher gesegnet und dann an Arme, oft auch an das Vieh, verteilt. „Laurenzilorbeer”, die oft meterhohe, gelbblütige Goldrute, gilt als Heilmittel für verschiedene Krankheiten. Geweihte „Laurenzikohlen” schützen vor Feuer, der „Laurentiussegen” schützt bei Feuer und bei brennenden seelischen Qualen. Die Winzer bringen ihm an seinem Tag ihre Erstlingstrauben dar, nach ihm ist die Rebsorte St. Laurent benannt.

Laurentius ist Patron von Spanien, Rom, Nürnberg, Duderstadt, Merseburg, Havelberg, Wuppertal und Kulm - dem heutigen Chelmno in Polen. Weiterhin ist er Patron von vielen Ständegruppen und in den unterschiedlichsten Anliegen wird er von einzelnen Menschen immer wieder angerufen und verehrt.

Bauernregeln:  „Wenn es am Laurentiustag schön und heiter ist, soll ein freundlicher Herbst folgen.“

„An Laurenzi, es ist Brauch, / hört das Holz zu wachsen auf.”

„Kommt Laurentius daher, / wächst das Holz nicht mehr.”

„Ist Lorenz und auch Bertl schön / wird der Herbst gar gut ausgehn.”

„Laurentius im Sonnenschein, / wird der Herbst gesegnet sein.”

„Kommt St. Lorenz mit heißem Hauch / füllt er dem Winzer Fass und Bauch.”

„Sollen Trauben und Obst sich mehren, / müssen mit Lorenz die Gewitter aufhören.”

„Ist Lorenz und auch und Bertl schön, wird der Herbst gar gut ausgehn.”

„Lorenzi gut, / einen schönen Herbst verheißen tut.”