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Fidelis

von Sigmaringen

Freitag

24. 04. 2020

Textfeld: Ordenspriester, Märtyrer, Patron von Hohenzollern

Marke Liechtenstein 1982

Portrait des Kapuziners

Fidelis von Sigmaringen

Predigt in Seewies

Markus Roy, wie Fidelis mit bürgerlichem Namen hieß, wurde im Herbst 1578 in Sigmaringen geboren und war Sohn des Bürgermeisters von Sigmaringen, studierte und promovierte als Jurist in Freiburg und war 1611 bis 1612 Gerichtsrat im Elsass, wobei er sich das Prädikat "Advokat der Armen" erwarb.
Enttäuschung und Verbitterung über Fehlurteile und Misswirtschaft veranlassten Markus Roy 1612, in den Kapuzinerorden einzutreten. Er wurde Priester, widmete sich der Buße und der Sühne, setzte ganz auf die Kraft des Gebetes, verlängerte freiwillig die Gebetszeiten, betete auch bei der Arbeit und fastete streng über Monate hin. Als Seelsorger und Prediger in der Zeit des dreißigjährigen Krieges, der Zeit unerbittlicher und verbissener konfessioneller Streitigkeiten, bereiste er das Elsass, die Schweiz und Vorarlberg, um dort für seinen Orden rekatholisierend zu wirken. Seine Predigten machten lange Wanderungen notwendig, durch Schnee, Regen und Kälte wurde er geschwächt, schließlich krank; schon zu jener Zeit unterschrieb er seine Briefe mit "Bruder Fidelis, in Kürze eine Speise der Würmer." 1621 wurde er Guardian des Klosters Feldkirch in Vorarlberg.
Im selben Jahr besetzten die Österreicher das untere Engadin und den Prätigau in der Schweiz, es begann die gewaltsame Rekatholisierung der den Graubündnern entrissenen Landesteile, Fidelis wurde der Leiter der von der römischen Kongregation für die Ausbreitung des Glaubens für Rhätien gegründeten Mission. Als er unter militärischem Schutz in der Kirche in Seewies predigte, drangen die Bauern in das Gotteshaus ein, überwältigten die Soldaten und erschlugen den fliehenden Prediger auf der Straße. Es war der 24. April 1622. Fidelis wurde so zum ersten Märtyrer des Kapuzinerordens. Seine Reliquien ruhen in Chur, Feldkirch und Stuttgart.

Die Predigt in Seewies

Der erste Märtyrer

 des Kapuzinerordens