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Einsiedler in Ägypten, Nothelfer

17. 01. 2019

Donnerstag

Mönchsvater

Antonius

Bild:

Diego Rodriguez de Silva y Velázquez (1599 - 1660):

Antonius besucht den greisen Paulus von Theben;

mit Hilfe von Löwen bestattet er ihn,

wie in der linken Bildseite zu sehen .

Antonius wurde als Sohn reicher christlicher Eltern um 250 in Kome, dem heutigen Kema bei Heraclea geboren; mit zwanzig Jahren übernahm er nach dem Tod der Eltern die Verwaltung der Familiengüter und zog seine jüngere Schwester groß. Ein Satz Jesu im Matthäusevangelium (19, 21) veränderte sein Leben: "Wenn Du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was Du hast, und gibt es den Armen." Er verkaufte seinen gesamten Besitz und wurde Einsiedler in radikaler Armut und zunehmender Abgeschiedenheit.

Zwanzig Jahre später kehrte ein äußerlich unveränderter, dennoch völlig verwandelter Antonius zurück, jemand "der in tiefe Geheimnisse eingeweiht und gotterfüllt" war. Immer mehr Jünger sammelten sich nun um ihn, es bildeten sich kleine Unterkünfte und zahlreiche Einsiedeleien. Somit stand Antonius am Anfang des Mönchtums und Klosterwesens und wird "Vater des Mönchtums" genannt. Die von ihm geprägte Form des Mönchtums beruht auf Askese und Zurückgezogenheit, sie steht im Gegensatz zur Regel des Benedikt von Nursia. Antonius schrieb die Bestimmungen des auf diese Weise gegründeten Ordens nicht auf, diese Aufgabe übernahm nach seinem Tod sein Freund Athanasios, der auch eine Biographie über ihn verfasste.

Im Alter von 90 Jahren bewegte ein Traum Antonius, den 110 Jahre alten Einsiedler Paulus von Theben aufzusuchen. Ein Wolf führte ihn durch die Wüste zu ihm, dem der Rabe an diesem Tage zwei Brote statt des gewohnten einen brachte. Auch dessen Tod wurde Antonius später durch ein Gesicht kund: er fand den Entschlafenen in betender Haltung und bestattete ihn mit Hilfe zweier Löwen, die das Grab scharrten. Als Vermächtnis nahm Antonius das aus Palmstroh geflochtene Gewand mit sich.
Sein Leben in Einsamkeit und Abgeschiedenheit hatte Antonius weder menschenscheu noch unpolitisch gemacht. Mehrfach verließ Antonius seine Einsiedelei. Um 311 stand er den von Kaiser Maximinus verfolgten Christen in Alexandria bei. Er setzte sich für Arme und Gefangene ein, stand ständig mit Kaiser Konstantin in Briefkontakt. In Briefen an dessen Sohn und Nachfolger versuchte er, diesem die Unterstützung des Arianismus auszureden. 350 reiste Antonius nach Alexandria und unterstützte öffentlich Athanasios im Kampf gegen den Arianismus. Antonius starb 356 in Tabennisi und soll 105 Jahre alt geworden sein. Als seine Jünger ihn begruben, wurden Engel um ihn stehend gesehen.

Antonius' Verehrung begann schon im 5. Jahrhundert. Seine Reliquien wurden 561 nach Alexandria überführt, kamen 635 nach Konstantinopel, um 1000 nach Südfrankreich, 1491 wurden sie nach Arles in Südfrankreich gebracht. Im Osten wird der Mönchsvater, im Westen der Wunderheiler besonders geschätzt. Nach der Gründung des Ordens der Antoniter 1059 in St-Didier-de-la-Motte in Südfrankreich nahm seine Verehrung im Westen regen Aufschwung. Antonius ist einer der vierzehn Nothelfer, er wird besonders angerufen zum Wieder finden verlorener oder vergessener Dinge.