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Maximilian Maria

Kolbe

Freitag

14. 08. 2020

Textfeld: Papst und Märtyrer mit Gefährten

Franz Gajowniczek mit seiner Frau und Fotos der beiden Söhne, die 1944 auch ermordet wurden, im Jahr der Heiligsprechung Kolbes, 1982

 Maximilian Kolbe wurde am 7. Januar 1894 in Zduńska Wola bei Lódz in Polen geboren und  war Sohn eines einfachen Arbeiters, besuchte eine Schule der Franziskaner in Lemberg - dem heutigen L'viv - und trat im Alter von 17 Jahren unter dem Namen Maximilian Maria dem Minoritenorden der Franziskaner bei. Er konnte in Rom studieren und schon nach vier Jahren promovieren. Weil er die Wichtigkeit der missionarischen Arbeit erkannte, gründete er zusammen mit Freunden in Rom die „Militia Immaculatae”, die „Miliz der Unbefleckten (Jungfrau Maria)”, als Gebetsgemeinschaft zur Bekehrung von Sündern. 1918 wurde er zum Priester geweiht, 1919 kehrte er nach Polen zurück als Lehrer für Philosophie und Kirchengeschichte am Priesterseminar der Franziskaner in Krakau; daneben widmete er sich der publizistischen Arbeit und gab christliche Zeitungen und Zeitschriften heraus. Nach einer Ruhepause auf Grund einer schweren Erkrankung an Tuberkulose gründete er 1927 in Teresin das Kloster „Niepokalanów”, „der Unbefleckten (Jungfrau Maria) Stadt”, dessen Vorsteher er wurde. 1930 begab er sich zur Missionsarbeit nach Nagasaki in Japan, wieder war die Publizistik seine wichtigste Aufgabe. Im fernen Osten gründete er zahlreiche neue Missionsstationen; der Amateurfunk als „Verständigungsmittel gutwilliger Menschen in aller Welt” war ihm dabei hilfreich - auch später im Kloster hatte er seine Funkbude.

1936 kehrte Kolbe in seine Heimat zurück und leitete wieder sein Kloster. Nach dem Überfall der Deutschen auf Polen im September 1939 fiel der engagierte Mann den Besatzern schnell unangenehm auf, im September 1940 wurde er verhaftet und ins Lager Oranienburg verbracht, aber im Dezember wieder freigelassen. Im Februar 1941 wurde er erneut verhaftet und ins Vernichtungslager in Auschwitz - dem heutigen Oświęcim - eingewiesen. Im Juli 1941 wurden bei einem Appell vor dem KZ-Kommandanten Fritsch zehn Männer ausgesondert, die als Strafakti

on wegen der Flucht eines Gefangenen in den Hungerbunker eingeschlossen werden sollten. Einer der Ausgesonderten, Franz Gajowniczek, schrie laut auf und erinnerte unter Tränen an seine beiden Söhne; der am Appell teilnehmende Kolbe trat hervor und bot sein Leben für das des Familienvaters, was Fritsch akzeptierte.

Kolbe wurde also in den Hungerbunker gesteckt, tagelang habe man ihn singen und beten gehört. Nachdem die anderen neun Leidensgenossen schon verhungert waren, Kolbe aber noch wenige Lebenszeichen von sich gab, verabreichte der Lagerhenker ihm schließlich eine Giftspritze, was den endgültigen Tod bedeutete. Es war der 14. August 1941.

Die Wahrheit gebietet den Hinweis, dass auch Kolbe nicht frei war vom Antisemitismus, der damals nicht nur in Nazi-Kreisen zuhause war. In von ihm herausgegebenen katholischen Massenblättern konnte man lesen, dass Polen das „biologische Hauptreservoir” des Weltjudentums sei, das „sich wie ein Krebsgeschwür in den Volkskörper” fresse, des

halb gebe es nur eine Lösung: „Die Juden müssen emigrieren.” Auch nach der Befreiung des KZs und dem Kriegsende wurde in Polen weder von der kommunistischen Regierung noch von der katholischen Kirche der Holocoust wahrgenommen; für die Regierung war Oświęcim - nur - Ort des Mordens an Polen, für die katholische Kirche Stätte des Martyriums von Katholiken. Noch 1946 wurden in Kielce 42 überlebende Juden von empörten Polen ermordet, die der Mär von jüdischen Kindermördern glaubten; Antisemitismus wurde in Polen auch nach dem Krieg nicht problematisiert. Die Errichtung eines Kreuzes auf dem KZ-Gelände anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II. erregte 1998 nicht nur jüdische Kritiker, weil damit diese Geschichtsklitterung dokumentiert und fortgesetzt werde.

Maximilian  Kolbe wurde 1971 selig gesprochen. Bei der Heiligsprechung 1982 durch den polnischen Papst Johannes Paul II. war der gerettete Franz Gajowniczek auf dem Petersplatz in Rom zugegen.